29. September, 19:00 – Marko Sosič und Veronika Simoniti

In der entspannten Atmosphäre der Bar im Sputnik Kino haben wir die slowenische Literatur zu Gast.

Erleben Sie Veronika Simoniti und Marko Sosič, zwei überraschende und humorvolle Denkweisen, zwei prägende Köpfe der zeitgenössischen Literatur Sloweniens, im Gespräch mit der slowenischen Schriftstellerin und Wahlberlinerin Nataša Kramberger.

Marko Sosič, slowenischer Autor, Film-, Fernseh- und Theaterregisseur aus Triest, präsentiert seinen wunderbaren und preisgekrönten Roman „TITO, AMOR MIJO,“: ein Kind Ende der 1960er Jahre im Karst bei Triest, zwischen dem Meer und den erwachsenen Nachwehen des Krieges.

 (Drava Verlag, aus dem Slowenischen von Ann Catrin Bolton)

 

„Heiliger Engel, mein Beschützer, ich bitte dich, dass Nonna Katarina nicht stirbt wegen der Kugel, die sie im Kopf hat. Tante Sofija und Mama sagen, dass die Bleikugel damals in Nonnas Kopf geflogen ist, als die Amerikaner bei uns waren und die Partisanen schon weg waren. Sie sagen, dass ein Soldat dort in der Nähe der Villa und von Nonnas Häuschen, in dem auch Mama und Tante Sofija gewohnt haben, als sie noch kleine Mädchen waren, sein Gewehr gereinigt und versehentlich geschossen hat. Mama und Tante Sofija sagen, dass die Kugel der Nonna direkt in die Wange geflogen ist, als sie im Garten Radicchio geschnitten hat. Dass sie ihre Haut durchbohrt und direkt unter ihren Zähnen angehalten hat, an der Halsschlagader. Sie sagen, dass das jetzt noch niemand operieren kann, weil die Operation lebensgefährlich ist. Heiliger Engel, mein Beschützer, mach, dass die Nonna nicht stirbt, bis ich groß bin und Chirurg werde, wie Christian Barnard, der in Afrika lebt und den Leuten das Herz gesund machen kann, wenn es zu langsam schlägt.“

Veronika Simoniti, eine der artikuliertesten und belesensten schriftstellerischen Stimmen Sloweniens, präsentiert ihre Kurzprosasammlung “TEUFELSSPRACHE”: wenn die Grenzen der Sprachen des Einzelnen die Grenzen seiner Welt sind, wo liegen dann die Grenzen der Sprache als solcher? Wie weit dürfen wir eigentlich gehen?

(Litterae Slovenicae, aus dem Slowenischen von Tamara Kerschbaumer

J

ener Widerspruch, der das Leben in geordnete Bahnen lenken sollte, war in meinem Fall der Wendepunkt vom Komischen ins Tragische. Dieses elende Gefühl, dass ich mein Dasein für einen anonymen Schwindel vergeudet habe, anstatt einen Vertrag über eine Fiktion abzuschließen und die Figur in einer Novelle, in einem Roman oder einer Tragödie zu werden und somit in
die Geschichte einzugehen, als der Mann, der den Eiffelturm verkaufte. Und das zweimal. Aber wer nur vermag meine Geschichte so aufzuschreiben, wie sie wirklich war?

 

Eine Lesung, die man nicht verpassen darf!

Vorleserin und Dolmetscherin Barbara Anderlič.


SAMSTAG, 29. SEPTEMBER, UM 19:00

Eintritt frei

SPUTNIK KINO 

Höfe am Südstern, 3. Hinterhof, 5. Stock
Zugang: Hasenheide 54 oder Körtestraße 15-17
10967 Berlin-Kreuzberg
U-Bahn: U7 Südstern; Bus: N7 (Südstern), M41 (Körtestraße)


Die Veranstaltung wurde präsentiert von:

Periskop

In Zusammenarbeit mit:

   

Mit freundlicher Unterstützung von: